Mikwe - Rituelles Tauchbad

In einer jüdischen Gemeinde darf eine Mikwe nicht fehlen. Der Talmud sagt, dass der Bau einer Mikwe sogar Vorrang hat vor dem Bau einer Synagoge (Megilla 27a). Nur mit einer Mikwe können die Mizwot der familiären Reinheit das ganze Jahr gehalten werden.

 

Frauen und Männer nutzen die Mikwe für die rituelle, spirituelle Reinigung. Beim Wasser einer Mikwe muss es sich um lebendiges Wasser handeln. Daher wird für die Mikwe Grundwasser oder Regenwasser genommen. Die Mikwe kann man aber auch in jedem natürlichen Gewässer vollziehen.

 

Die Tora verlangt von Frauen den monatliche Gang zur Mikwe, sieben Tage nach Ende der Regelblutung. Ohne diese Mizwa zu erfüllen ist ein jüdisches Eheleben in Reinheit nicht möglich.

 

Zur Zeit des Tempels war die Mikwe auch für die Männer verpflichtend, bevor sie in den Tempel gehen durften. Heute ist es noch immer ein guter Brauch für die Männer z.B. vor den hohen Feiertagen eine Mikwe zu vollziehen. 

 

Hat eine Synagoge nur eine Mikwe, sollte diese den Frauen vorbehalten sein.

 

Weiterhin ist das Untertauchen ein bedeutender spiritueller Brauch um gewisse Wendepunkte im jüdischen Leben zu markieren. So zum Beispiel Bar- oder Bat Mizwa, Heirat, Übertritt zum Judentum, Busse/Tschuwa von einem gesetzlosen Leben oder auch als Zeichen um fortan einem bestimmten Rabbi zu folgen. Letzterer Brauch wurde von den Christen übernommen und ist als "Taufe" bekannt.